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LowCarb vs LowCalorie - 05.07.2010

Low-Carb oder Low-Calorie – was ist erfolgversprechender im Kampf gegen Übergewicht?

Man ahnt es bereits: Grilliertes mit Salat eignet sich besser, als eine kleine Portion Pasta mit fettarmer Napolisauce! In einer Studie aus dem Jahr 2003 wurden schwer übergewichtige (BMI durchschnittlich 33.6), aber ansonsten gesunde Frauen während 6 Monaten auf eine kalorienreduzierte Diät mit 30% Fettanteil (also Low-Fat) oder eine Low-Carb Kost gesetzt. Letztere Gruppe durfte so viel essen, wie sie wollte. Trotzdem wurde so mehr als der doppelte Gewichtsverlust (8,5 kg gegenüber 3,9 kg) und Fettabnahme (4,8 kg gegenüber 2,0 kg) als in der Gruppe mit der Low-Fat Diät erreicht! Diese Resultate waren hoch-signifikant mit einer Sicherheit von 99.9% (p<0.001) für Gewichtsabnahme und 99% (p<0.01) für die Fettabnahme. Es konnten dagegen keine Unterschiede hinsichtlich eines Risikos für Herz-Kreislauf-Krankheiten festgestellt werden. (Brehm et al, 2003. J Clin Endocrin Metab)

Eine neuere Meta-Analyse solcher Studien bestätigte diese Resultate (Nordmann et al, 2006. Arch Intern med): Low-Carb, aber nicht-energiereduzierte Ernährungsweisen sind mindestens so effektiv wie energiereduzierte Low-Fat Diäten bezüglich Gewichtsverlust über ein Jahr. In der Zwischenzeit hat bereits auch eine zweite Meta-Analyse festgestellt, dass Low-Carb, High-Protein Diäten das Körpergewicht und die Körperzusammensetzung positiv beeinflussen – unabhängig von der Gesamtenergieaufnahme! (Krieger et al, 2006. Am J Clin Nutr)

Neben einer besseren Gewichtskontrolle – oder auch als Resultat davon – zeigt sich, dass Low-Carb im Vergleich zu Low-Fat auch in Bezug auf die Blutfette gesundheitlich vorteilhafter ist. Besonders bemerkenswert ist, dass sogar die sogenannte DASH Diät (Dietary Approach to Stop Hypertension) – also eine speziell mit dem Ziel der Blutdrucksenkung zusammengesetzte Ernährung – diesbezüglich weniger wirksam war als eine Low-Carb/High-Protein und selbst eine Low-Carb/High-Fat Diät. Diese Resultate konnten kürzlich nochmals eindrücklich in einer Studie an Blutdruckpatienten bestätigt werden, worin eine Low-Carb Diät mit dem bekannten Diät-Medikament Orlistat kombiniert und mit einer alleinigen Low-Fat Diät verglichen wurde. Trotz einem respektablen Gewichtsverlust von 10% in beiden Testgruppen während eines Jahres in gesamthaft 146 übergewichtigen Teilnehmern, konnten nur 21% der Patienten mit Orlistat plus Low-Fat Diät ihre Blutdruckmedikamente reduzieren oder gar absetzen, dagegen ganze 46% der Gruppe mit der alleinigen Low-Carb Diät (ohne Orlistat)! (Yancy et al, 2010. Arch Intern Med)

Gewiss, Übergewicht ist für sich allein genommen bereits ein Risikofaktor für die Herz-Kreislauf-Gesundheit. Trotzdem ist es eine Tatsache, dass bisher eine kalorienreduzierte Diät als das richtige Mittel für die Reduktion von Übergewicht und Körperfett angesehen wurde. Dementsprechend wurde und wird immer noch eine fettreduzierte Ernährung empfohlen, weil dies aufgrund des doppelt so hohen Kalorienwerts im Vergleich zu Protein und Kohlenhydraten am einfachsten zu realisieren ist. Weiter wird Fett oft immer noch als unnötig oder sogar ungesunder Ballast in unserer Ernährung angesehen, dagegen gelten Kohlenhydrate als gesund (Vollkorn, Müesli, etc.). Aber die Zeiten ändern sich allmählich...SPONSER Produktempfehlungen für Ihr Weight Managment finden Sie hier[RJ1] .

Abschliessend sei einmal mehr auf eine Jäger-Sammler Ernährung hingewiesen, welche allgemein als fleisch- und fettreich, jedoch als nicht-atherogen (Verdicken/Verhärten der Arterienwände) gilt. Im Vergleich zu der heutigen Ernährung in den Industrieländern war eine Jäger-Sammler Diät proteinreich (19-35%), relativ arm an Kohlenhydraten (22-40%) und reich an Fett (28-58%). Allerdings mit entscheidenden Unterschieden in der Fettqualität, mit einem hohen Gehalt an einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren, sowie einem besseren Verhältnis zwischen den Omega-3- und -6-Fettsäuren. Eine solche Ernährung bestand aber auch aus einer höheren Aufnahme von Antioxidantien, Nahrungsfasern, Vitaminen und sekundären Pflanzenwirkstoffen; aber auch noch entscheidenderen Faktoren wie mehr Bewegung, weniger Stress, kein Rauchen, was vermutlich alles zusammen synergistisch zusammenspielte. (Cordain et al, 2002. Eur J Clin Nutr)


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